Uns gibt’s nicht zum Nulltarif: Protestaktion am 23.03.2026

15.03.26

Warum am Montag, 23.03.2026, viele Apotheken geschlossen bleiben

Am Montag, den 23.03. 2026, beteiligen sich Apotheken in ganz Deutschland an einem bundesweiten Aktionstag.
An diesem Tag bleiben die Apotheken regulär geschlossen. Die Arzneimittelversorgung ist dennoch gesichert, denn notdiensthabende Apotheken stehen wie gewohnt für dringende Fälle zur Verfügung.
Mit dieser Aktion möchten Apotheken auf ihre zunehmend schwierige wirtschaftliche Situation aufmerksam machen. Hintergrund ist eine politische Kampagne, die sich gegen die seit Jahren bestehende Unterfinanzierung der Apotheken richtet.

Die Kampagne „Uns gibt’s nicht zum Nulltarif“

Die Aktion ist Teil der bundesweiten Kampagne „Uns gibt’s nicht zum Nulltarif“, initiiert von der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände.
Ziel der Kampagne ist es,

  • auf die wirtschaftliche Notlage vieler Apotheken hinzuweisen,
  • das fortschreitende Apothekensterben sichtbar zu machen
  • und die Politik zu einer fairen und verlässlichen Vergütung der Apothekenleistungen zu bewegen.

Die zentrale Botschaft lautet:
Eine sichere, wohnortnahe Arzneimittelversorgung mit persönlicher Beratung ist unverzichtbar – und sie ist nicht kostenlos zu haben.

Apotheken unter Druck: Zahlen und Hintergründe

In Deutschland hat sich die Lage der Apotheken in den vergangenen Jahren deutlich verschärft.

Die wichtigsten Fakten:

  • Seit 2008 hat jede fünfte Apotheke geschlossen.
  • Aktuell gibt es nur noch rund 16.700 Apotheken – so wenige wie zuletzt 1977.
  • Das Apothekenhonorar ist seit 13 Jahren eingefroren (seit 2013).
  • Gleichzeitig sind die Betriebskosten um etwa 65% gestiegen.
  • Die Inflation liegt im gleichen Zeitraum bei rund 30%.

Obwohl im Koalitionsvertrag der Bundesregierung eine Erhöhung des Apothekenhonorars auf 9,50€ zugesagt wurde, ist diese bis heute nicht umgesetzt worden. Viele Apotheken geraten dadurch wirtschaftlich immer stärker unter Druck.

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Warum Apotheken für Ihre Gesundheit unverzichtbar sind

Apotheken sind weit mehr als reine Abgabestellen für Medikamente. Sie übernehmen täglich eine zentrale Rolle in der Gesundheitsversorgung.

Apotheken vor Ort bieten:

  • die sofortige Versorgung mit Arzneimitteln ohne Wartezeiten
  • persönliche Beratung von Mensch zu Mensch
  • tägliche Versorgung von rund 3 Millionen Patient:innen
  • Nacht- und Notdienste, auch am Wochenende und an Feiertagen
  • Medikationsanalysen und Wechselwirkungschecks
  • individuelle Rezepturen, wenn Medikamente industriell nicht verfügbar sind
  • Unterstützung von Arztpraxen und Kliniken
  • aktives Krisenmanagement bei Lieferengpässen

Mit rund 160.000 Beschäftigten sind Apotheken zudem ein wichtiger Arbeitgeber im Gesundheitswesen.

Geplante Apothekenreform: Kritik aus Sicht der Apotheken

Die derzeit geplante Apothekenreform der Bundesregierung stößt bei Apothekenverbänden auf große Kritik. Aus ihrer Sicht behebt sie nicht die finanziellen Probleme, sondern birgt neue Risiken für Patient:innen.

Kritische Punkte sind unter anderem:

  • sogenannte „Apotheken ohne Apotheker:innen“, in denen nicht mehr durchgehend ein Apotheker:innen anwesend sein müsste
  • der Wegfall wichtiger Leistungen wie: die Abgabe von Betäubungsmitteln sowie die Anfertigung individueller Rezepturen
  • geringere Beratungsqualität und Sicherheitsrisiken
  • eine weitere Verschärfung des Apothekensterbens, da die Unterfinanzierung unberücksichtigt bleibt

Was das Apothekensterben für die Bevölkerung bedeutet

Schließen Apotheken, hat das direkte Folgen für die Menschen vor Ort:

  • längere Wege zur nächsten Apotheke
  • schlechtere Erreichbarkeit im Notfall, besonders nachts oder am Wochenende
  • weniger persönliche Beratung und geringere Arzneimittelsicherheit
  • eingeschränktes Leistungsangebot
  • keine sofortige Versorgung, sondern Wartezeiten durch Versandhandel
  • Verlust von Arbeitsplätzen in der Region

Besonders im ländlichen Raum kann dies die Versorgung deutlich verschlechtern.

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Die Petition „Apothekensterben stoppen“

Begleitend zur Kampagne wurde die Petition „Apothekensterben stoppen“ gestartet.
Mit der Petition wird gefordert:

  • die zugesagte Honorarerhöhung auf 9,50€ endlich umzusetzen
  • eine gesetzlich verankerte, regelmäßige Anpassung des Apothekenhonorars einzuführen
  • Apotheken langfristige Planungssicherheit zu geben

? Die Petition finden Sie unter hier.

Wie Sie sich informieren und unterstützen können

Wenn Ihnen die wohnortnahe Arzneimittelversorgung wichtig ist, können Sie sich informieren und selbst ein Zeichen setzen:

Jede Unterstützung hilft, auf die Bedeutung der Apotheken aufmerksam zu machen und die Versorgung auch in Zukunft zu sichern.

Wir danken Ihnen von Herzen für Ihre Unterstützung, damit die Neue Apotheke Zeven weiter für Sie da sein kann!

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